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Besuch bei der Protection Civil in Crisnee - 21.03.09

Auf Einladung der Protection Civil aus Crisnee (Belgien) sind Führungskräfte unseres TZ nach Belgien gefahren, um sich dort einen Eindruck über das Einsatzspektrum der Katastrophenschutzorganisation zu verschaffen. Mit an Bord des Busses des THW Landesverbandes waren noch Führungskräfte der Feuerwehr aus dem Kreis Aachen; vornehmlich jene, die auch an der Übung im Oktober 2008 in Weisweiler teilgenommen haben.

Nach einem Begrüßungskaffee wurde uns eine Präsentation der Organisationsstruktur dieser Einheit mit den wesentlichen Einsatzschwerpunkten vorgeführt. Vielen Dank an den sehr guten Dolmetscher.

Die PC ist, ähnlich wie das THW, dem Innenministerium unterstellt. An derzeit 10 Standorten in Belgien unterhält die Protection Civil eine Bereitschaft für ein breites Einsatzspektrum. 2 Chefs, 6 Sous-Chefs und 18 Helfer (planmäßig) versehen hier 24h Schichten. Dabei ist das Verhältnis zwischen Hautamtlichen und Volontärs etwa 50/50. Das Einsatzspektrum reicht von Hilfe auf Verkehrswegen, über Krankentransporte, Abstützungen, Infrastruktur (Strom und Wasserversorgung), Ortung und Rettung/Bergung von Verschütteten, Vermisstensuche, Bergungstaucher, ABC Schutz und Dekontamination bis hin zur Verpflegung; wenn nötig auch von im Streik befindlichen Insassen eines Gefängnisses.

An jedem Standort der PC gibt es Gebäude für das Krisenmanagement. Dort sind verschiedene Leitstände, vergleichbar mit einer LUK im THW oder dem Krisenstab/Beraterstab eines Kreises. Die Tätigkeiten in diesem Bereich sind ausschließlich der bei uns bekannten Behördenstruktur zuzuordnen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen ging es zur weiteren Präsentation ins Freie. Die Vorführung am Material war speziell auf Pumpen und Dekontamination ausgelegt.

Neben den einfachen Anhängern mit Verdrängerpumpen (Bild X) und 6000L/min Leistung und den Pumpencontainern mit jeweils 10000 bzw. 12000L/min Leistung, gab es auch Tauchpumpen mit jeweils 24000L/min bei 30KW Leistungsaufnahme zu sehen. Als passendes Zubehör gibt es viele Kilometer Schläuche in unterschiedlichen Durchmessern.

Kernpunkt der Vorstellung war aber die Dekontamination von Helfern und Betroffenen im ABC Fall. Extra für uns wurde eine Dekon-Strecke, u.a. bestehend aus Eingangsprüfung auf Radioaktivität, Tausch von kontaminierter Kleidung, Dekontamination betroffener Körperstellen und Nachdekontamination bei anhaftenden Schadstoffrückständen vorbereitet. Diese "Strecke" hat im Idealfall eine Länge von etwa 400m und kann dabei bis zu 30 unverletzte und 6 verletzte Betroffene pro Stunde durchschleusen. Insgesamt sind 6 solcher Strecken in Crisnee eingelagert. Zum Betrieb einer solchen Einrichtung sind permanent 48Helfer in den verschiedenen Zonen erforderlich. Wobei die jeweilige Einsatzdauer von der Kontaminationsart und der Art der Tätigkeit im Rahmen der Dekontamination abhängt.

Es war sehr interessant, die Ausstattung und Einsatztaktik der Protection Civil kennenzulernen. Führungskräfte, die das Angebot nicht angenommen haben, haben etwas verpasst! Nachdem abschließen letzte Fragen geklärt wurden, traten wir die Heimreise an.

In der Bildergalerie sind noch weitere Bilder der Ausstattung zu sehen…

Auf diesem Bild ist die Sandsackfüllmaschiene zu sehen. 3 Helfer können ohne große Mühen bis zu 300 Sandsäcke in der Stunde füllen und verschließen.

©Rabe - OVHUR


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