|
|
Zurück zum News-Archiv
Jugend THW Hürtgenwald siegt beim Landeswettkampf NRW - 31.07.2011
Olpe. Acht Jugendliche und ihre Unterstützter jubeln. Die THW Jugendgruppe vom Ortsverband Hürtgenwald hat es geschafft. Beim NRW-Landeswettkampf qualifizierten sie sich mit ihrem ersten Platz für die Deutsche Meisterschaft im nächsten Jahr. Doch bis hier her war es ein schwerer Weg.
Alle 2 Jahre messen sich die besten 12 THW Jugendgruppen aus ganz NRW bei einem Landeswettkampf. Die THW Jugendgruppe aus Hürtgenwald hatte sich bereits bei einem Bezirkswettkampf im September 2010 als bestes Team der Kreise Düren und Euskirchen sowie der Städteregion Aachen für diese Landesmeisterschaft qualifiziert.
Für diesen Landeswettkampf in Olpe hatten sich erfahrene THW-Spezialisten im Vorhinein viel Mühe bei der Auswahl der Aufgaben gemacht. Mit Blaulicht und Martinshorn wurde der Wettkampf eröffnet. Bei der Teamaufgabe kam es vor allem auf das Geschick der Junghelfer an. Zunächst mussten alle acht Mitglieder dreimal mit einem mit Wasser gefüllten Becher über einen Balken balancieren und den Inhalt in einer Gießkanne abfüllen. Zu den schwierigen Aufgaben zählte der Bau eines stabilen Mastkrans aus drei etwa 4 m langen Baustämmen. Dabei kam es besonders auf die Berechnung des Winkels und die Seiltechnik, mit der die Balken befestigt wurden, an. Dieser Mastkran wurde mit einem Greifzug aufgerichtet. Anschließend musste über eine Umlenkrolle ein mit Wasser gefüllter Behälter vorsichtig angehoben werden.
Ebenso mussten die Jugendlichen unter Beweis stellen, wie sie sich bei einem komplizierten Rettungseinsatz verhalten. Die Ausgangslage gab vor, dass sich eine verletzte Person in der ersten Etage eines teileingestürzten Hauses befindet. Um zu dieser Person vorzudringen, musste zunächst ein schweres Hindernis angehoben und mittels Rollen seitlich versetzt werden. Anschließend galt es einen Mauerdurchbruch mit Hammer und Meißel fachgerecht durchzuführen. Dadurch war der Weg frei um mit Leitern zum Verletzten ins Obergeschoss vorzudringen um dort sofort die Erstversorgung des Verletzten sicherzustellen. Hierbei musste u. a. ein Druckverband am Oberschenkel des Verletzten fachgerecht angelegt werden. Abschließend bestand die Aufgabe darin, die verletzte Person aus dem Obergeschoss mittels eines Leiterhebels waagerecht in einer Bergungswanne abzulassen und zur Verletztenablage zu transportieren.
Unter der Annahme, dass sich der "Einsatz" bis in die Nacht hineinziehen sollte, musste zusätzlich eine Stromersatzanlage mit 5.000 VA in Betrieb genommen werden um den kompletten Arbeitsbereich mit Flutlichtstrahlern auszuleuchten.
Als außerordentlich schwierig und zeitaufwendig erwies sich die Aufgabe zur Holzbearbeitung. Hier mussten die 8 Jugendlichen ein Spiellabyrinth nach vorgegebenen Plänen aus vielen Dachlatten und Glattkantbrettern und unzähligen Schrauben fachmännisch zusammenzimmern. Bei diesem Thema waren genaues Messen, Sägen, Stemmen und Feilen angesagt. Hierbei kam es einerseits natürlich auf die Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen an, andererseits wurde das exakte Arbeiten bewertet. Nach der Fertigstellung mussten die THW-Jugendlichen ihr Geschick unter Beweis stellen und einen Ball in kürzester Zeit durch das Labyrinth schleusen. Zur Bewältigung aller Aufgaben hatten die Jugendgruppen insgesamt 2 Stunden Zeit.
Die Jugendgruppe aus Hürtgenwald hatte sich unter Leitung des Jugendbetreuers Guido Jörres und Wettkampfleiters Felix Reimer auf diese komplexen Aufgaben sehr gut vorbereitet. Viele Male traf sich die Gruppe zum Üben in der THW-Unterkunft in Bergstein. Unterstützt wurden die Ausbilder von dem jungen Betreuerteam Lucia Gerdes, Thomas Heuser, Marco Stupp und Jens Ruick. Sie investierten viel Zeit um die Jungs und Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren für diesen Wettkampf fit zu machen.
Am Wettkampftag zeigte sich, dass sich die Mühe gelohnt hatte. Routiniert bewältigten die Jugendlichen aus Hürtgenwald die schwierigen Herausforderungen mit Bravour. Sie stellten eindrucksvoll unter Beweis, wie präzise, genau und sicher sie bereits arbeiten. Ihre hervorragende Leistung wurde mit dem Erreichten des ersten Platzes und Übergabe des Siegerpokals belohnt. Mit diesem Sieg qualifizierten sie sich für den im nächsten Jahr stattfindenden Bundeswettkampf in Landshut (Bayern).
Wettkampfteilnehmer: Pascal Bartsch, Nico Conrad, Maja Gerdes, Lisa Gerdes, Jan Gerdes, Fabian Kirschbaum, Nico Kirschbaum, Andreas Nußbaum
Auch der Fairnesspokal für die beste Teamleistung aller 12 Wettkampfmannschaften ging in diesem Jahr an die Jugendgruppe aus Hürtgenwald. Zusätzlich konnten die Junghelferinnen und Junghelfer auch noch einen Gutschein über eine Trainingswoche mit Freizeitprogramm an der THW-Bundesschule Hoya in der Nähe von Bremen zur Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft entgegennehmen.
Der beim Wettkampf anwesende THW-Ortsbeauftragte von Hürtgenwald, Dr. Helmut Heuser, war sehr stolz auf "seine Kids". Er betonte, dass die seit vielen Jahren in Hürtgenwald stattfindende spielerische Ausbildung der Jugendliche deutlich Früchte trägt. So zählen die Jugendlichen aus der Höhengemeinde seit Jahren zu den Besten aus dem Rheinland. Diese guten Ergebnisse sind aus Sicht von Herrn Dr. Heuser der hervorragenden Jugendarbeit zuzuschreiben; die Jugendausbilder in Hürtgenwald verstehen es, den Nachwuchsrettungskräften nicht nur technisches Wissen, sondern auch Freude an der ehrenamtlichen Arbeit zu vermitteln. Diese gute Ausbildung und tolle Kameradschaft zeigen sich auch in der großen Anzahl der Junghelfer/innen. Die Jugendgruppe aus Hürtgenwald zählt mit insgesamt 50 Junghelfer/innen zu den größten Gruppen in ganz NRW. Hieraus resultiert auch die Aufteilung der Jugendlichen: Die Gruppe der 12- bis 17-jährigen trifft sich 14-tägig freitags ab 18.30 Uhr an der THW-Unterkunft in Bergstein. Die Jüngeren im Alter von etwa 7 bis 11 Jahren treffen sich separat einmal im Monat. Bei diesen Kindern stehen neben der einfachen Fachausbildung besonders der Spaß und das Spielen im Vordergrund.
©Rabe - OVHUR
|


 |