Ortsverband Hürtgenwald

Baufachberater, ESS-Trupp und Abstütz-System-Holz im Einsatz

In der Nacht zu Silvester brannte gegen 04:00 Uhr in Heimbach ein leer stehendes Haus. Das Feuer griff auch auf zwei Nachbarhäuser über, die teilweise Schäden erlitten. Die Feuerwehr war mit rund 90 Einsatzkräften vor Ort. Die Hauptlöscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden.

Am Vormittag des 31.12.2016 wurde unser Baufachberater Dr.-Ing. Helmut Heuser über die Leitstelle in Stockheim alarmiert. Nach einem Telefonat mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr, Herrn Stadtbrandmeister Hans-Paul Kruppert, machte sich Dr.-Ing. Helmut Heuser gemeinsam mit B.Sc. Thomas Heuser, ebenfalls ausgebildeter Baufachberater, auf den Weg nach Heimbach, um die Reststandfähigkeit des Brandhauses zu begutachten. Nach eingehender Erkundung kamen die Baufachberater zu dem Ergebnis, dass das ausgebrannte Haus zum Teil einsturzgefährdet ist und insbesondere die Straßengiebelfront abgestützt werden muss. Dieser Empfehlung folgte der Einsatzleiter der Feuerwehr. Daher wurden die Zugführung und die Bergungsgruppe 1 (B1) mit dem Abstütz-System-Holz (ASH) des THW Hürtgenwald über die Leitstelle alarmiert. Nach Rücksprache mit dem Einsatzleiter und Vertretern der Stadt Heimbach wurde zusätzlich der ESS-Trupp zur Sicherung aller Einsatzkräfte nachalarmiert.

Gegen 13:00 Uhr rückten die angeforderten Einheiten von der Unterkunft Richtung Heimbach ab. Nach Einweisung in die Lage begann der ESS-Trupp sofort damit, aus dem Korb der Drehleiter an der Giebelwand des Brandhauses die Messpunkte anzubringen. Parallel dazu wurde auf dem Balkon eines gegenüberliegenden Hauses das Tachymeter für die Messungen aufgebaut. Die ASH-Helfer luden zeitgleich die Abstützelemente ab und bereiteten den Aufbau vor. Die Baufachberater hatten empfohlen, dass in der Mitte des Giebels eine 10-Meter-Abstützung bis zur Firstpfette und rechts davon ein 5-Meter-Stützelement bis zur Randpfette errichtet werden soll. Nach Freigabe durch den Einsatzleiter begannen die Helfer/innen der B1 mit der Montage der Holzstützkonstruktion. Dabei wurden sie  vom Ladekran des MAN Kat 1 unterstützt. Während der gesamten Einsatzdauer überwachte der ESS-Trupp die Bewegungen am Baukörper. Durch den unebenen und abschüssigen Untergrund gestalteten sich die Abstützarbeiten deutlich schwieriger als sonst üblich. Doch auch diese Herausforderung konnte professionell gemeistert werden. Zwischendurch musste die Feuerwehr mehrmals noch vorhandene Glutnester im Haus ablöschen. Um 18:35 Uhr waren sämtliche Arbeiten beendet und die Einsatzstelle konnte wieder an die Feuerwehr übergeben werden. Der Leitstelle in Stockheim wurde um 19:40 Uhr die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft gemeldet und alle Helfer/innen traten die verdiente Heimreise an, um in das neue Jahr hinein zu feiern.

Die B1 auf der Fahrt zum Einsatz in Heimbach

Sechs Messpunkte werden an der Giebelwand festgelegt

Zeitgleich wird das Material mit dem Ladekran abgeladen

Material auf dem Langholzanhänger

Ein Helfer in Schutzkleidung beim Zuschnitt des Holzes

Blick vom Kran auf die Materialablagestelle

Helfer beim Ausrichten der Treiblade

Das Tachymeter des ESS-Trupps

Das 10-Meter-Element steht ...

... und nun auch das 5-Meter-Element rechts daneben

Um 18:35 Uhr wurde die Einsatzstelle wieder an die Feuerwehr übergeben

Am Neujahrstag erreichte unseren Ortsverband die E-Mail eines Anwohners, der die Arbeiten von Feuerwehr und THW aus nächster Nähe beobachtet hatte. Unter anderem war dort zu lesen: "Das was hier in Heimbach gestern geleistet wurde, war eine super Arbeit und ist mit Geld nicht gut zu machen. Vielen Dank für diesen Einsatz. ...... Gestern hatte ich den Eindruck, dass jeder weiß was zu tun ist und das gesamte Team gut organisiert geführt wurde."

Diese Aussage möchten wir gerne aufgreifen und herzlich Danke sagen.

Unser Dank richtet sich auch an die Feuerwehr und an die anderen Einsatzkräfte vor Ort. Die Zusammenarbeit funktionierte hervorragend und es gab keinerlei Reibungsverluste. Dieser Einsatz ist ein Musterbeispiel dafür, welche Möglichkeiten die Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehr, den Hilfsdiensten und dem Technischen Hilfswerk bietet.

Text: Joachim Nußbaum

Fotos: Rainer Bergs, Andreas Nußbaum, Maurice Petzoldt